unabhängige Infoseite · IHK-Fortbildung · DQR 6

Bachelor Professional in IT – verständlich erklärt.

BPiIT bündelt die wichtigsten Fragen an einem Ort: Was ist das überhaupt, wer wird zugelassen, wie läuft die Prüfung ab, welche Spezialisierung passt und welche Kosten kommen ungefähr auf dich zu?

DQR 6
höhere Berufsbildung
IHK-Prüfung
öffentlich-rechtlich
Förderung
Aufstiegs-BAföG möglich

Hinweis: Diese Website ist keine offizielle IHK-Seite und ersetzt keine Zulassungsprüfung durch die zuständige IHK.

Drei junge IT-Fachkräfte arbeiten mit Laptop, Tablet und digitalen Auswertungen.
IT-Fachwissen sichtbar machen Fortbildung, Projektarbeit und beruflicher Aufstieg in einem Abschluss erklärt.
DQR6Niveaugleich mit Bachelor, aber kein Hochschulgrad
PrüfungIHKöffentlich-rechtlicher Fortbildungsabschluss
ProfilIT + FührungTechnik, Projekte, Prozesse und Personal
Wahlbereiche5u. a. Systemintegration, Security und Beratung
DQR 6Berufsspezialist anrechenbarAufstiegs-BAföG möglichProjektarbeitIT-SicherheitSystemintegrationIT-BeratungSoftwareentwicklungDatenanalyse

01 · Einordnung

Was der Abschluss leisten soll

Der Abschluss richtet sich an IT-Fachkräfte, die nicht nur tiefer technisch arbeiten wollen, sondern auch Verantwortung für Projekte, Prozesse, Teams und technische Entscheidungen übernehmen möchten. Geprüft werden technische, betriebswirtschaftliche, rechtliche, organisatorische und führungsbezogene Kompetenzen.

Damit sitzt der Abschluss zwischen klassischem IT-Fachwissen und Management: Ein Bachelor Professional in IT soll IT-Projekte planen, steuern, implementieren, evaluieren, Geschäftsprozesse mit IT-Bezug verbessern, Informationssicherheit berücksichtigen und Mitarbeitende führen bzw. entwickeln können.

Kernidee: Nicht nur tiefer in der IT arbeiten, sondern sichtbar zeigen, dass du technische Themen auch in Projekte, Teams und unternehmerische Zusammenhänge übersetzen kannst.
Eine Fachkraft sitzt am Laptop, während eine Kollegin einen beruflichen Entwicklungsweg erklärt.
Vom IT-Fachwissen zur Verantwortung Der Abschluss verbindet fachliche IT-Kompetenz mit Struktur, Entwicklung und Orientierung.

Wichtigste Abgrenzung

DQR 6 bedeutet niveaugleich, nicht automatisch identisch. Für Arbeitgeber ist das stark, weil die berufliche Fortbildung auf Bachelor-Niveau sichtbar wird. Für Hochschulzulassung, öffentlichen Dienst oder Stellen, die ausdrücklich einen akademischen Grad verlangen, muss man trotzdem den Einzelfall prüfen.

Was dich fachlich erwartet

Der Bachelor Professional in IT ist keine reine Admin-, Dev- oder Security-Schulung. Projektmanagement, Prozessmanagement, Personalführung, Betriebswirtschaft und Recht sind feste Bestandteile – also genau der Teil, der später Führungs- und Projektrollen glaubwürdig macht.

Für Fachinformatiker naheliegend

Mit abgeschlossener IT-Ausbildung – z. B. Fachinformatiker Systemintegration oder Anwendungsentwicklung – ist der Weg grundsätzlich direkt naheliegend. Entscheidend bleibt die IHK-Zulassung zum konkreten Prüfungstermin.

Für Quereinsteiger möglich

Auch ohne klassische IT-Ausbildung kann der Einstieg funktionieren: je nach Vorbildung mit einschlägiger Berufspraxis oder über langjährige Berufserfahrung.

Stärker als nur ein Kurstitel

Der Abschluss ist vor allem dann spannend, wenn du dein Profil sichtbar schärfen willst – intern für mehr Verantwortung oder extern für Bewerbungen, Kundenkontakt und Führungsthemen.

02 · Zulassung

Wer kann den Bachelor Professional in IT machen?

Zur IHK-Prüfung wird zugelassen, wer eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt. Die Berufspraxis muss inhaltlich zum Tätigkeitsbild passen und nachgewiesen werden. Anbieter lassen dich oft schon in den Lehrgang, aber verbindlich ist die Zulassung durch die IHK.

Typische Ausgangsfrage: "Bin ich überhaupt schon auf dem richtigen Stand – oder fehlt mir noch Praxis, Berufsspezialist oder eine bestimmte Vorbildung?"
Ein junger Mann sitzt nachdenklich am Schreibtisch und überlegt, ob er die Voraussetzungen erfüllt.
Erfülle ich die Voraussetzungen? Genau diese Frage stellen sich viele zuerst – deshalb kommt hier der schnelle Überblick.
IT-AusbildungAbschluss- oder Gesellenprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Informations- und Kommunikationstechnologie.
Berufsspezialist ITErfolgreich abgelegte Prüfung als Geprüfter Berufsspezialist / Geprüfte Berufsspezialistin im IT-Bereich.
Andere Ausbildung + PraxisAbschluss in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf plus mindestens 1 Jahr einschlägige Berufspraxis.
Studium + PraxisMindestens 90 ECTS in einem fachverwandten Studium plus mindestens 2 Jahre einschlägige Berufspraxis.
Nur BerufspraxisMindestens 5 Jahre einschlägige Berufspraxis, wenn kein passender formaler Abschluss vorliegt.
Vergleichbare HandlungsfähigkeitIn Sonderfällen kann eine vergleichbare berufliche Handlungsfähigkeit über Zeugnisse oder andere Nachweise glaubhaft gemacht werden.

Schnellcheck

Wähle aus, was auf dich zutrifft. Der Check ersetzt keine IHK-Zulassung, zeigt aber, ob ein typischer Weg erkennbar ist.

Noch keine Auswahl getroffen.

Fortbildungsleiter

DQR 4IT-Ausbildungz. B. Fachinformatiker
DQR 5Berufsspezialist ITfachliche Spezialisierung
DQR 6Bachelor Professional in ITFührung + Projekte + IT

03 · Berufsspezialist

Muss ich vorher Berufsspezialist werden?

Nein, zwingend ist das nicht. Der Berufsspezialist ist aber praktisch wichtig, weil der erste Prüfungsteil des Bachelor Professional in IT die „Fachliche Spezialisierung“ ist. Diese entspricht inhaltlich der Berufsspezialisten-Prüfung. Wer den Berufsspezialisten bereits bestanden hat, kann sich diesen Prüfungsteil typischerweise anrechnen lassen.

Für viele ist der Berufsspezialist deshalb ein sinnvoller Zwischenschritt: Du bekommst früher einen eigenen Abschluss auf DQR-Niveau 5 und baust danach in Richtung Bachelor Professional weiter. Wer direkt den kompletten Lehrgang bucht, arbeitet die Spezialisierung im ersten Prüfungsteil mit ab.

Praktische Empfehlung: Vor der Kursbuchung bei deiner IHK klären, ob und wann die Prüfung angeboten wird, welche Spezialisierungen verfügbar sind und ob die Anrechnung sauber dokumentiert wird.
Drei IT-Fachkräfte planen gemeinsam ein Projekt mit digitalen Aufgabenboards und Auswertungen.
Die Prüfung ist praxisnah Projektarbeit, Planung, Handlungsfelder und Gesprächssituationen spielen zusammen.

04 · Prüfung

Wie ist die IHK-Prüfung aufgebaut?

Die Prüfung besteht aus vier Prüfungsteilen. Der letzte Teil, das IT-Projekt, hat inhaltlich besonderes Gewicht, weil hier ein reales bzw. praxisnahes Projekt geplant, durchgeführt, dokumentiert und präsentiert wird.

Wichtig: Gerade das IT-Projekt solltest du nicht unterschätzen. Dort zeigt sich, ob du Fachlichkeit, Projektmethodik und Kommunikation sauber zusammenbringst.
1

Fachliche Spezialisierung

Wahl eines IT-Fachbereichs. Typische Wahlbereiche sind Systemintegration und Vernetzung, Informationssicherheit, Softwareentwicklung, Datenanalyse und IT-Beratung. Der Prüfungsteil umfasst schriftliche und mündliche Leistungen.

2

IT-spezifische Handlungsfelder

Management von IT-Projekten, IT-bezogenes Prozessmanagement sowie Einführung und Betrieb von IT-Lösungen. Hier wird sichtbar, ob du technische Themen in Unternehmenskontext übersetzen kannst.

3

Mitarbeitendenführung & Personalmanagement

Personalplanung, Personalentwicklung, Führen von Teams, Gesprächssituationen und arbeitsorganisatorische Themen. Enthält auch eine Gesprächssimulation.

4

IT-Projekt

Projektarbeit bzw. Machbarkeitsstudie mit Dokumentation, Präsentation und Fachgespräch. Dieser Teil sollte nicht nebenbei behandelt werden, weil er fachliche Tiefe und saubere Projektmethodik verbindet.

Welche Spezialisierung passt?

Systemintegration & VernetzungFür FiSi, Infrastruktur, Server, Netzwerke, Cloud und Betrieb.
InformationssicherheitFür Security, ISMS, Risiko, Schutzmaßnahmen und Incident-Themen.
SoftwareentwicklungFür Entwicklung, Architektur, Implementierung, Testing und Deployment.
DatenanalyseFür BI, Datenprozesse, Auswertung, Prozessoptimierung und Reporting.
IT-BeratungFür Consulting, Kundenlösungen, Anforderungsanalyse, Angebote und Einführung.

05 · Kosten & Anbieter

Was kostet die Vorbereitung?

Die Lehrgangskosten unterscheiden sich stark nach Anbieter, Dauer, Vollzeit/Teilzeit und danach, ob der Berufsspezialist enthalten ist. Prüfungsgebühren kommen in der Regel separat von der IHK dazu. Stand der Recherche: 24.06.2026.

Worauf du achten solltest: Nicht nur den nackten Preis vergleichen, sondern auch Dauer, Kursform, enthaltene Leistungen, Prüfungsgebühren und die Wirkung der Förderung.
Eine Person rechnet Lehrgangskosten durch, während eine Kollegin Förder- und Kostenübersichten erklärt.
Preis, Förderung und Vergleich Erst im Zusammenspiel aus Lehrgang, Förderung und Prüfungsgebühren ergibt sich das echte Bild.
Auf dem Handy kannst du die Tabelle horizontal wischen.
AnbieterFormat / DauerLehrgangskostenRechnerischer Eigenanteil bei 75%Einordnung
manQ Live-Online, berufsbegleitend, ca. 26 Monate 7.920 € ca. 1.980 € Kompletter Weg ohne vorherigen Berufsspezialist möglich; Prüfungsgebühren extra.
TA Bildungszentrum Intensivmodell, ca. 8 Wochen 4.155 € + optional ca. 400 € Literatur ca. 1.039 € ohne Literatur Sehr kurz; Zielgruppe und erforderliche Vorleistungen unbedingt prüfen.
BZEcom Online-Abendkurs inkl. Berufsspezialist, 21 Monate 7.992 € ca. 1.998 € Alle Prüfungsteile inkl. Fachliche Spezialisierung; Prüfungsgebühren extra.
BZEcom für Berufsspezialisten Online-Abendkurs 12 Monate oder Intensiv 8,5 Wochen 4.596 € ca. 1.149 € Nur sinnvoll, wenn der erste Prüfungsteil bereits erledigt/anrechenbar ist.
IHK Bildung Nord Westfalen Live online/Münster, ca. 2 Jahre 6.850 € ca. 1.713 € IHK-naher Lehrgang inkl. Berufsspezialist; zzgl. Prüfungsgebühren.
S&N talents / SuN Talents 100% online, berufsbegleitend, ca. 15 Monate 9.860 € ca. 2.465 € Anbieter nennt Eigenanteil mit Förderung; Prüfungs-/Materialkosten prüfen.

Förder-Rechner

Grobe Rechnung für Aufstiegs-BAföG: 50% Zuschuss, optionales Darlehen für den Rest, bei bestandener Prüfung nochmal 50% Erlass auf den Darlehensanteil. Effektiv bleiben dadurch häufig ca. 25% Eigenanteil auf förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.

Eigenanteil ca. 1.980 €

Prüfungsgebühren

Prüfungsgebühren sind regional unterschiedlich. Als öffentlich sichtbares Beispiel nennt die IHK Berlin mehrere Teilgebühren: Fachliche Spezialisierung, Mitarbeitendenführung, IT-spezifische Handlungsfelder und IT-Projekt. Zusammen ergibt das dort beispielhaft 1.160 € für die regulären Prüfungsteile.

Nicht blind übernehmen: Zuständig ist deine konkrete IHK und deren Gebührenordnung.

06 · Nutzen

Wofür kann sich der Abschluss lohnen?

Der Abschluss ist besonders interessant, wenn du als IT-Fachkraft fachlich ernst genommen werden willst, aber perspektivisch stärker in Richtung Projektleitung, Beratung, Architektur, Service-/Betriebsverantwortung, Security-Verantwortung oder Teamleitung gehen möchtest.

Er kann auch für die Selbstständigkeit oder das eigene Profil hilfreich sein, weil „Bachelor Professional in IT“ nach außen sofort eine höhere berufliche Fortbildungsstufe signalisiert – ähnlich wie Meister, Fachwirt oder Techniker in anderen Bereichen.

Typischer Effekt: Du wirkst nach außen nicht nur technisch erfahren, sondern auch belastbar für Projekte, Kommunikation, Verantwortung und strategischere Aufgaben.
Drei IT-Fachkräfte arbeiten gemeinsam an Themen wie Karriere, Sicherheit, Teamarbeit und Wachstum.

Gute Einsatzfelder

  • IT-Projektleitung und PMO-nahe Rollen
  • IT-Consulting und Kundenberatung
  • Teamleitung im Support, Betrieb oder Engineering
  • Informationssicherheit / Security-Koordination
  • IT-Prozess- und Qualitätsmanagement
  • Technische Leitung kleinerer IT-Umgebungen

07 · Klassische Fragen

FAQ

Ist der Bachelor Professional in IT ein echter Bachelor?

Er ist ein anerkannter Fortbildungsabschluss der höheren Berufsbildung auf DQR-Niveau 6. Er ist damit niveaugleich mit einem akademischen Bachelor, aber kein Hochschulgrad. Genau diese Unterscheidung ist wichtig, wenn eine Stelle oder Hochschule ausdrücklich einen akademischen Bachelor verlangt.

Ist der Abschluss für Fachinformatiker Systemintegration sinnvoll?

Ja, gerade für FiSi kann er gut passen, wenn du in Richtung Infrastruktur-Projekte, technische Beratung, Security, Betrieb/Service-Verantwortung oder Teamleitung gehen willst. Als Spezialisierung liegt Systemintegration und Vernetzung besonders nahe; alternativ kann Informationssicherheit oder IT-Beratung strategisch sinnvoll sein.

Was ist besser: Berufsspezialist oder direkt Bachelor Professional?

Direkt ist schneller, wenn der Anbieter die Fachliche Spezialisierung sauber integriert. Der Berufsspezialist als Zwischenstufe ist sinnvoll, wenn du erst einen kleineren Abschluss möchtest oder die Spezialisierung separat nachweisen willst. Da der erste Bachelor-Prüfungsteil identisch bzw. anrechenbar sein kann, ist der Berufsspezialist kein verlorener Schritt.

Welche Spezialisierung ist die beste?

Für Systemhaus- und Infrastruktur-Kontext ist Systemintegration und Vernetzung meist am direktesten. Für Security-Rollen ist Informationssicherheit stärker. Für Kundenkontakt, Angebote, Workshops und technische Lösungsberatung ist IT-Beratung interessant. Softwareentwicklung und Datenanalyse passen, wenn dein Arbeitsalltag tatsächlich dort liegt.

Kann ich danach den Technischen Betriebswirt machen?

Der Bachelor Professional liegt auf DQR 6. Darauf aufbauend können DQR-7-Fortbildungen wie Betriebswirt- oder Master-Professional-nahe Abschlüsse interessant sein. Ob ein konkreter Abschluss als Zulassungsvoraussetzung akzeptiert wird, muss die jeweilige Prüfungsstelle prüfen.

Wie viel Zeit sollte ich realistisch einplanen?

Bei berufsbegleitenden Kursen sind 1–2 feste Abende pro Woche üblich, dazu Selbststudium, Projektarbeit und Prüfungsvorbereitung. Realistisch ist nicht nur die Unterrichtszeit entscheidend, sondern auch die Projektphase. Wer Vollzeit oder Intensiv wählt, braucht entsprechend freie Kapazität.

Warum unterscheiden sich Anbieterpreise so stark?

Weil nicht immer dasselbe Paket verglichen wird: Komplettlehrgang vs. Aufbaukurs für Berufsspezialisten, Vollzeit vs. berufsbegleitend, Lernmittel inklusive oder nicht, Projektbetreuung, Prüfungsvorbereitung und regionale Präsenzanteile. Beim Vergleich immer prüfen, ob Prüfungsgebühren enthalten sind – meistens sind sie es nicht.

Wie gehe ich am besten vor?

Erst Ziel klären, dann Spezialisierung wählen, dann bei der zuständigen IHK Zulassung und Prüfungstermine prüfen. Danach Anbieter vergleichen. Nicht andersherum – sonst buchst du eventuell einen Kurs, der zeitlich oder prüfungsorganisatorisch nicht zu deiner IHK passt.